Begeistert von „Musik in Bayern“ und „verrückten Maschinen“
So eine bedeutende Ausstellung mit überregionaler Strahlkraft hat man nicht alle Tage vor der Haustür und in meinen Augen ist für uns Einheimische der Besuch der Landesausstellung ein Muss“, sagt Roswitha Prasser, Kulturwartin im Bayerischen Wald-Verein Sektion Grafenau und organisierte für die Vereinsmitglieder zwei Gruppenführungen durch die vom Haus der Bayerischen Geschichte realisierte Ausstellung „Musik in Bayern“. Gestartet wurde im Cineplex mit einem klang- und naturgewaltigen Kurzfilm über Menschen in Bayern, deren Schicksale über die Musik miteinander verwoben sind. Der Film wurde unter anderem gedreht in der Buchberger Leite, in der Tafernwirtschaft Ehrn sowie im Salettl des Freilichtmuseums Finsterau und bereitete die Besucher mental auf die Ausstellung vor. Danach ging es über die gläserne Klangbrücke auf einem Teppich mit Klaviertastaturen in das TonYversum, in dem sich auf drei Etagen die ganze musikalische Vielfalt Bayerns quer durch alle Zeiten und Genres präsentiert. Die Besucher erwartete eine optisch und akustisch beeindruckende Ausstellung bayerischer Klänge und Melodien vom Mittelalter durch die Jahrhunderte bis zu den Sounds von heute. Vom Klang eines Wassertropfens oder Kuhglocken, über Choräle, höfische Opern, Volksmusik bis hin zu Schlager, Rock, Pop, Rap und Techno in der Gegenwart. In der Ausstellung erfuhren die TeilnehmerInnen auch, wie Instrumente gebaut werden, wie Melodie, Rhythmus, Gesang und Tanz „funktionieren“. Zwei Räume sorgten für ein besonderes Ausstellungserlebnis: Der Raum der Stille und am Schluss der Klangzylinder mit Variationen der eigens komponierten und ohrwurmverdächtigen Ausstellungsmusik, die man sitzend auf einem „Drehteller“ genießen konnte. Die Vereinsmitglieder zeigten sich tief beeindruckt von der klangintensiven und interaktiven musikalischen Zeitreise in einer bemerkenswerten Ausstellungsarchitektur. Schnell war man sich einig, dass die 75-minütige Führung nur einen kurzen Einblick geben kann und dazu motiviert, das TonYersum mindestens ein zweites Mal zu besuchen, um die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Ausstellung ausführlich erleben zu können. Angetan zeigten sich die Besucher auch von der Information, dass die Stadt Freyung als Kooperationspartner von der Eröffnung bis zum Ende der Ausstellung am 8. November 199 Tage lang täglich Live-Musik quer durch alle Sparten auf verschiedenen Bühnen im Landkreis Freyung-Grafenau bietet und das zum Teil bei freiem Eintritt. Das, so die Veranstalter, hatte es bislang noch bei keiner Bayerischen Landesausstellung gegeben. Das Programm dazu gibt es auf der Homepage der Landesausstellung www.musik-in-bayern.de.
Nach der Ausstellung besuchten die Vereinsmitglieder die Kunstausstellung „Verrückte Maschinen zum Staunen“ im schräg gegenüberliegenden Gewölbe-Hof (ehemaliger Passauer Hof). Dort, wo einst Bierfässer gekühlt wurden, stehen derzeit sechs audio-visuelle Installationen des Münchner Künstlerduos Portmanteau. Die aus alltäglichen Gegenständen zusammengebauten Konstruktionen und deren Klang sorgen für ein akustisch und visuelles Kunsterlebnis, das man so in der Region noch nie zu sehen und hören bekam.
Tief beeindruckt von den beiden außergewöhnlichen Ausstellungen ließen die Waldvereins-Mitglieder auf der Holzterrasse des Forest Kaffee ihre Kunsterlebnisse in gemütlicher Gesprächsrunde bei leckeren Kuchen und Kaffee ausklingen.
(Kopie von Text, Fotos – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung erlaubt)
Text: Roswitha Prasser
Bilder: Roswitha Prasser
Autor: Karl Graf