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Die Geschichte über Waldverein und Lusenschutzhaus ist nun im Stadtarchiv

Der Bayerische Wald-Verein Sektion Grafenau e. V. schenkt Sammlung alter Zeugnisse an das Grafenauer Stadtarchiv

Freuten sich, dass wichtige Dokumente des Bayerischen Wald-Vereins Sektion Grafenau nun im Stadtarchiv Grafenau eine Heimat gefunden haben: Bürgermeister Alexander Mayer (v.l.), Else Segl, Hans-Ulrich Wiedemann, Ruth Weber, Richard Aigner, Roswitha Prasser und Geschäftsführer Josef Luksch. Foto: Sandra Lindhorst/Stadt Grafenau

Grafenau. Zwei alte, zum Teil noch in deutscher Schrift handgeschriebene Chronikbücher mit Protokollen, Werbeanzeigen und Zeitungsausschnitten ab 1905, akribisch geführte Finanzbücher seit 1938, Protokolle verschiedener Sitzungen, gebundene Ausgaben der Vereinszeitschrift „Der Bayerwald“ ab 1949, alte Urkundenvorlagen und diverse Schriftstücke seit 1933 über den Bayerischen Wald-Verein Sektion Grafenau e. V. (gegr. 1890) – sie alle haben nun einen ehrwürdigen Platz im Stadtarchiv Grafenau gefunden. Kulturwartin Roswitha Prasser war bei ihren Recherchen unter anderem für die neue Homepage der Sektion Grafenau über verschiedene Quellen auf zahlreiche alte Zeugnisse gestoßen. Der Vereinsvorstand mit seinem Vorsitzenden Hans-Ulrich Wiedemann nahm ihren Vorschlag auf, die Sammlung dem Stadtarchiv Grafenau und damit einer zentralen und der Öffentlichkeit zugänglichen Stelle zu schenken. Stadtarchivarin Ruth Weber freute sich, dass das bis dato rare Archivgut über den Wald-Verein Grafenau und das Lusenschutzhaus – das sich seit der Errichtung 1936 im Besitz der Sektion befindet – nun so umfangreich ergänzt werden konnte.  Acht Kartons, bestückt mit der Vereinszeitung „Der Bayerwald“ aus über acht Jahrzehnten steuerte Else Segl bei. Die Grafenauerin war 29 Jahre als Schriftführerin in der Sektion tätig. Bei der Übergabe der umfangreichen Sammlung an Bürgermeister Alexander Mayer, Geschäftsführer Josef Luksch und Ruth Weber im kleinen Sitzungssaal des Grafenauer Rathauses war auch ein kleiner, grüner Mitgliedsausweis von 1949 dabei. Ausgestellt auf einen Maurer namens Georg Stockinger. Else Segl erkannte sofort, dass es sich dabei um den Ausweis ihres Vaters handelte und freute sich, dass dieser nun auch im Stadtarchiv „für die Ewigkeit“ erhalten bleibt.  Schatzmeister Richard Aigner komplettierte die Sammlung mit alten, handgeschriebenen und detailverliebt geführten Finanzbüchern, in denen Einnahmen wie Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie Ausgaben für die Sanierungen des Lusenschutzhauses oder Anschaffung wie Werbematerialien oder Werbeanzeigen aufgeführt sind. „Die Aufzeichnungen über den Bau und die Sanierungen des Lusenschutzhauses, die vielen Zeitungsberichte, die uralten Fotos, das Engagement der verschiedenen Vorstände oder die Protokolle über die Pächter des Schutzhauses sind so interessant zu lesen, dass man fast die Zeit vergisst. In die Geschichte des Lusenschutzhauses einzutauchen, dass man von vielen Bergwanderungen schon Jahrzehnte kennt, ist sagenhaft“, schwärmt Prasser und ergänzt: „Die Geschichte um die Errichtung und die Entwicklung des Lusenschutzhauses ist eng mit der Geschichte des Waldvereins Grafenau verbunden. Deshalb wird demnächst auch eine Tafel über die wichtigsten Informationen im Eingangsbereich des Schutzhauses hängen“. Bürgermeister Alexander Mayer versprach, im Stadtrat eine erneute Vereinsmitgliedschaft entscheiden zu lassen. „Denn früher“, so Vorsitzender Hans-Ulrich Wiedemann, „war die Stadt viele Jahre Mitglied. Und sollte die Sektion Grafenau jemals aufgelöst werden, so würde das Lusenschutzhaus in den Besitz der Stadt Grafenau fallen“.

Grafenaus erster Bürgermeister Alexander Mayer (re.) und Hans-Ulrich Wiedemann, Vorsitzender des Bayerischen Wald-Vereins Sektion Grafenau e. V. beim Unterzeichnen der Schenkungsurkunde im kleinen Bürgersaal des Rathauses. Foto: Roswitha Prasser
Stöbern in alten Finanzbüchern des Bayerischen Wald-Vereins Sektion Grafenau e. V.: Kassier Richard Aigner (vorne) und Vereinsvorsitzender Hans-Ulrich Wiedemann.

Gut erhalten: Der Mitgliedsausweis des Maurers Georg Stockinger aus dem Jahr 1949. Scan: Roswitha Prasser